Welche Versicherungen braucht ein Zeitsoldat?

Pflicht ist nur die Pflegeversicherung

Zeitsoldaten MÜSSEN tatsächlich nur eine einzige Versicherung eigenständig einrichten, führen und zahlen: die Pflegepflichtversicherung. Denn diese schreibt der Staat jedem Bundesbürger per Gesetz vor, und Soldaten bilden hier keine Ausnahme. Alle weiteren Versicherungen sind zwar teils sehr wichtig, jedoch keine Pflicht.

Die Pflegepflichtversicherung kostet inkl. kleiner Anwartschaft zwischen ca. 12 und 20 € im Monat und kann über diese Webseite problemlos online beantragt werden. http://www.versicherungen-bundeswehr.de/soldat-auf-zeit-kontaktformular

Absicherung der Arbeitskraft

Berufsstartern in der zivilen Wirtschaft wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfohlen. Bei Soldaten heißt diese Absicherung dann Dienstunfähigkeitsversicherung.

Derartige Policen leisten eine monatliche Rentenzahlung, wenn der Versicherte aus medizinischen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr im Stande ist, seine berufliche Tätigkeit auszuüben. Die Ursache der Erkrankung ist dabei unerheblich. Versichert ist hier sowohl der Unfall wie auch die Krankheit.

Da insbesondere junge Zeitsoldaten in den ersten Jahren im Dienst noch keinerlei Rentenansprüche an den gesetzlichen Rententräger haben, ist diese Absicherung nach Meinung aller Experten sehr wichtig. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es ab ca. 25 € im Monat.

Wer aus gesundheitlichen Gründen keine Dienstunfähigkeitsversicherung mehr einrichten kann, weil Vorerkrankungen dies unmöglich machen, kann mit einer privaten Unfallversicherung wenigstens einen Teil des Risikos abdecken. Eine Soldatenunfallversicherung ist zudem auch deutlich preiswerter als eine Dienstunfähigkeitsversicherung. Eine Unfallversicherung kostet ab ca. 7 € im Monat.

Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung benötigt jeder Berufstätige, der seine Erstausbildung beendet hat. Denn ab dann besteht keine Mitversicherung mehr in der elterlichen Privathaftpflichtversicherung. Spätestens mit dem Ende der Grundausbildung sollte jeder SaZ eine solche Police einrichten.

Eine Privathaftpflichtversicherung übernimmt den Schadenersatz für Sach- und Personenschäden, die der Versicherte Dritten fahrlässigerweise zufügt. Unversichert haftet man hier ansonsten mit dem kompletten Privatvermögen.

Soldaten ist zudem eine Diensthaftpflichtversicherung zu empfehlen. Denn schädigt der Soldat dienstliches Eigentum, z.B. durch Verlust von Ausrüstungsgegenständen oder Fahrzeugfehlbetankungen, haftet er gegenüber dem Dienstherrn mit bis zu 6 Monatsgehältern.

Mitglieder des Deutschen Bundeswehrverbandes sind über einen Gruppenvertrag des Verbandes automatisch diensthaftpflichtversichert.

Eine Haftpflichtversicherung gibt es ab ca. 4 € im Monat.

Hausratversicherung

Lebt man als Soldat in den eigenen vier Wänden, also nicht mehr bei den Eltern, sollte eine Hausratversicherung eingerichtet werden. Hier versichert ist der gesamte Hausrat gegen Schäden durch Feuer, Einbruch-/Diebstahl, Leitungswasser und Sturm. Dies auch in Teilen außerhalb der eigenen Wohnung, z.B. in der Kaserne oder im Urlaub im Ausland.

Wichtig ist es für Soldaten hierbei, nach Tarifen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst zu fragen, die diese sind oft deutlich preiswerter.

Je nach Wert des Hausrates kostet eine leistungsstarke Hausratversicherung zwischen 3 und 20 € im Monat.

Rechtsschutzversicherung

Recht zu haben ist das Eine, es auch zu bekommen ist das Andere. Die Durchsetzung des eigenen Rechtes, z.B. bei Verkehrsstreitigkeiten, Mietstreitigkeiten, Streit bei Onlinekaufgeschäften, mit Reiseveranstaltern oder auch mit dem Dienstherrn ist ohne die juristische Unterstützung von Anwälten in aller Regel schwer möglich. Anwälte zu nutzen, ist jedoch nicht eben günstig. Eine Rechtsschutzversicherung ist hier eine große Hilfe, denn sie übernimmt die Anwaltskosten.

Mitglieder des Deutschen Bundeswehrverbandes sind in allen dienstlichen Belangen über den Verband rechtsschutzversichert und können auf ein spezialisiertes Anwältenetzwerk des Verbandes zurückgreifen. Alle anderen Rechtsschutzarten, wie z.B. der Privat, Miet- oder Verkehrsrechtsschutz muss in einer eigenen Police abgesichert werden.

Eine Rechtsschutzversicherung kann man als Soldat bereits ab ca. 4 € im Monat kaufen.

Private Altersversorgung

Für die spätere Rente vorzusorgen ist ohne Frage ein für junge Menschen wichtiges Thema, jedoch kein zwingend eiliges. Je früher man aber mit dem Vermögensaufbau beginnt, umso geringer ist der monatliche Beitragsaufwand hierfür.

In Zeiten niedriger Zinsen, wie wir sie nun schon seit vielen Jahren am Markt haben, ist es sinnvoll, staatliche Förderungen bei dem Aufbau einer privaten Zusatzrente zu nutzen. Um diese zu erlangen, muss man einen bestimmten Anteil des Bruttoeinkommens in eine private Rentenversicherung einzahlen, um einen jährlichen Bonus vom Staat zu erhalten.

Wichtig in diesen Policen sind auch die vertragsinternen Kosten, die in jedem Vertrag erhalten sind. Bei uns erhalten alle Soldaten einen pauschalen Kostennachlass von bis zu 50% gegenüber den Vertragskosten eines Nichtsoldaten.

Zum Erlangen des staatlichen Bonus muss ein Zeitsoldat ca. 80 € im Monat aufwenden.