Wenn Soldaten Eltern werden, ist die Krankenversicherung des Kindes häufig ein Problem

Krankenversicherung der Kinder von Bundeswehrsoldaten:

Die Krankenversicherung von Kindern erfolgt bei Zivilbeschäftigten über die Versicherung der Eltern. Hierbei ist es in den meisten Fällen auch egal, ob das Kind über die Mutter oder den Vater versichert wird, da meistens beide Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind.

Bei Soldaten ist dies etwas schwieriger. Im Folgenden sollen daher verschiedene häufig vorkommende Fallbeispiele betrachtet werden:

Fall 1:                Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in die Elterzeit.

Das neu geborene Kind kann beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung der Mutter mitversichert werden. Das Einkommen des Mannes muss dann aber unter 59.600 € (Grenze in 2018, steigt jährlich an) im Jahr liegen.

Die ab Geburt gegebene Beihilfeberechtigung in Höhe von 80% könnte auch genutzt werden, was aber zusätzliche Beiträge für die private Restkostenversicherung auslösen würde.

Denkbar wäre eine private Zusatzkrankenversicherung für das Kind, zum Beispiel für Krankenhausaufenthalte. Hier kann die Beihilfe genutzt werden. Die Beiträge für die private Zusatzversicherung sind sehr gering (1-2€ im Monat).

Fall 2:                Vater und Mutter des Kindes sind nicht verheiratet. Das Sorgerecht ist geteilt. Die Mutter bekommt das Kindergeld. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in die Elternzeit.

Es gilt dasselbe wie in Fall 1.

Fall 3:                Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt in der privaten Krankenversicherung aufgenommen. Der Versicherungsbeitrag liegt bei ca. 40 € im Monat.

Fall 4:                Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat der Bundeswehr und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft. Die Mutter ist gesetzlich krankenversichert. Das Kind ist ab Geburt bei der Mutter kostenlos mitversichert gewesen. Am Ende der Elternzeit geht die Mutter nicht zurück in ihr sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, sondern hat nur einen Minijob mit 450 € Einkommen im Monat.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist nun nicht mehr kostenfrei. Mutter und Kind müssen im Status von freiwilligen Mitgliedern Beitrag zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach dem Familieneinkommen. Der Mindestbeitrag liegt hier bei ca. 160 € im Monat.

In diesem Fall könnte nun auch die Beihilfeberechtigung genutzt werden. Die Mutter hat Anspruch auf 70% Beihilfe. Das Kind hat Anspruch auf 80% Beihilfe. Benötigt wird somit eine private Restkostenversicherung über 30% bzw. 20%.

Problematisch wird es, wenn gravierende Vorerkrankungen einer Aufnahme in die private Krankenversicherung entgegenstehen. Eine kleine Anwartschaft für Frau und Kind könnten dieses Problem vermeiden, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wird. Am besten macht man dies direkt mit der Heirat bzw. bei Geburt des Kindes.

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Anwartschaft für Soldaten / Restkostenversicherung für Ehepartner und Kinder –  online in 5 Minuten
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Hintergrundwissen

Fall 1

Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in den Erziehungsurlaubmaximal drei Jahre dauernden Erziehungsurlaub.

Das neu geborene Kind kann beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung der Mutter mitversichert werden. Das Einkommen des Mannes muss dabei dann aber unter 59.600 € (Wert für 2018, steigt jährlich) im Jahr liegen)

Die ab Geburt gegebene Beihilfeberechtigung in Höhe von 80% könnte auch genutzt werden, was aber zusätzliche Beiträge für die private Restkostenversicherung auslösen würde. Für eine private Restkostenversicherung eines Kindes fallen ca. 40 € im Monat an.

Denkbar wäre eine private Zusatzkrankenversicherung für das Kind, zum Beispiel für Krankenhausaufenthalte. Hier kann die Beihilfe genutzt werden. Die Beiträge für die private Zusatzversicherung sind sehr gering (1-2 € im Monat).

Fall 2

Vater und Mutter des Kindes sind nicht verheiratet. Das Sorgerecht ist geteilt. Die Mutter bekommt das Kindergeld. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in die Elternzeit

Es gilt dasselbe wie in Fall 1.

Fall 3

Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt aufgenommen.

Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt aufgenommen.

Fall 4

Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat der Bundeswehr und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft. Die Mutter ist gesetzlich krankenversichert. Das Kind ist ab Geburt bei der Mutter kostenlos mitversichert gewesen. Am Ende der Elternzeit geht die Mutter nicht zurück in ihr sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis sondern hat nur einen Minijob mit 450 € Einkommen im Monat.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist nun nicht mehr kostenfrei. Mutter und Kind müssen im Status von freiwilligen Mitgliedern Beitrag zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach dem Familieneinkommen. Der Mindestbeitrag liegt hier bei ca. 160 € im Monat.

In diesem Fall könnte nun auch die Beihilfeberechtigung genutzt werden. Die Mutter hat Anspruch auf 70% Beihilfe. Das Kind hat Anspruch auf 80% Beihilfe. Benötigt wird somit eine private Restkostenversicherung über 30% bzw. 20%. Die Beiträge für Kinder bis 15 Jahre liegen bei ca. 40 € im Monat. Die Restkostenversicherung für Ehepartner richtet sich nach dem Alter uns liegen bei ca. 120-160 € im Monat. Anders als in der GKV zahlt in der PKV jeder Versicherte einen eigenen Beitrag.

Problematisch wird es, wenn gravierende Vorerkrankungen einer Aufnahme in die private Krankenversicherung entgegenstehen. Eine kleine Anwartschaft für Frau und Kind könnten dieses Problem vermeiden, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wird. Am besten macht man dies direkt mit der Heirat bzw. bei Geburt des Kindes.

Fazit
Ob, wann und in welchem Umfang die Nutzung der Beihilfeansprüche für Familienangehörige von Soldaten genutzt werden lässt sich selten ganz genau prognostizieren. Wenn sie jedoch genutzt werden sollen, spielt der Gesundheitszustand der Beihilfeberechtigten eine entscheidende Rolle.

Eine Anwartschaft ist daher nicht nur für den Soldaten selber, sondern auch für seine Frau und seine Kinder sinnvoll. Die Kosten sind gering. Die daraus ableitbaren Rechte können jedoch viel Geld wert sein.

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