Wenn Soldaten Eltern werden ist die Krankenversicherung des Kindes häufig ein Problem

Krankenversicherung der Kinder von Bundeswehrsoldaten:

Die Krankenversicherung von Kindern erfolgt bei zivil Beschäftigten über die Versicherung der Eltern. Hierbei ist es in den meisten Fällen auch egal, ob das Kind über die Mutter oder den Vater versichert wird, da meistens beide Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind.

Bei Soldaten ist dies etwas schwieriger. Im Folgenden sollen daher verschiedene häufig vorkommende Fallbeispiele betrachtet werden:

Fall 1:                Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in den maximal drei Jahre dauernden Erziehungsurlaub.

Das neu geborene Kind kann beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung der Mutter mitversichert werden. (Das Einkommen des Mannes muss aber unter 54.400 € im Jahr liegen)

Die ab Geburt gegebene Beihilfeberechtigung in Höhe von 80% könnte auch genutzt werden, was aber zusätzliche Beiträge für die private Restkostenversicherung auslösen würde.

Denkbar wäre eine private Zusatzkrankenversicherung für das Kind, zum Beispiel für Krankenhausaufenthalte. Hier kann die Beihilfe genutzt werden. Die Beiträge für die private Zusatzversicherung sind sehr gering (1-2€ im Monat).

Fall 2:                Vater und Mutter des Kindes sind nicht verheiratet. Das Sorgerecht ist geteilt. Die Mutter bekommt das Kindergeld. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in den maximal drei Jahre dauernden Erziehungsurlaub.

Es gilt dasselbe wie in Fall 1.

Fall 3:                Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt aufgenommen.

Fall 4:                Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat der Bundeswehr und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft. Die Mutter ist gesetzlich krankenversichert. Das Kind ist ab Geburt bei der Mutter kostenlos mitversichert gewesen. Am Ende des 3-jährigen Erziehungsurlaubes geht die Mutter nicht zurück in ihr sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis sondern hat nur einen Minijob mit 450 € Einkommen im Monat.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist nun nicht mehr kostenfrei. Mutter und Kind müssen im Status von freiwilligen Mitgliedern Beitrag zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach dem Familieneinkommen. Der Mindestbeitrag liegt hier bei ca. 160 € im Monat.

In diesem Fall könnte nun auch die Beihilfeberechtigung genutzt werden. Die Mutter hat Anspruch auf 70% Beihilfe. Das Kind hat Anspruch auf 80% Beihilfe. Benötigt wird somit eine private Restkostenversicherung über 30% bzw. 20%.

Problematisch wird es, wenn gravierende Vorerkrankungen einer Aufnahme in die private Krankenversicherung entgegenstehen. Eine kleine Anwartschaft für Frau und Kind könnten dieses Problem vermeiden, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wird. Am besten macht man dies direkt mit der Heirat bzw. bei Geburt des Kindes.

Anwartschaft für Soldaten / Restkostenversicherung für Ehepartner und Kinder –  online in 5 Minuten
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Hintergrundwissen

Fall 1

Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in den maximal drei Jahre dauernden Erziehungsurlaub.

Das neu geborene Kind kann beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung der Mutter mitversichert werden. (Das Einkommen des Mannes muss aber unter 54.400 € im Jahr liegen)

Die ab Geburt gegebene Beihilfeberechtigung in Höhe von 80% könnte auch genutzt werden, was aber zusätzliche Beiträge für die private Restkostenversicherung auslösen würde.

Denkbar wäre eine private Zusatzkrankenversicherung für das Kind, zum Beispiel für Krankenhausaufenthalte. Hier kann die Beihilfe genutzt werden. Die Beiträge für die private Zusatzversicherung sind sehr gering (1-2 € im Monat).

Fall 2

Vater und Mutter des Kindes sind nicht verheiratet. Das Sorgerecht ist geteilt. Die Mutter bekommt das Kindergeld. Der Vater ist Soldat auf Zeit oder Berufssoldat und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Die Mutter ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und geht nach der Geburt des Kindes in den maximal drei Jahre dauernden Erziehungsurlaub.

Es gilt dasselbe wie in Fall 1.

Fall 3

Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt aufgenommen.

Vater und Mutter sind beide Soldaten. Beide haben eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft.

Das Kind ist ab Geburt zu 80% beihilfeberechtigt. Aufgrund der bestehenden Anwartschaft haben beide Eltern ein Nachversicherungsrecht für die nötige 20%ige Restkostenversicherung für das Kind. Unabhängig vom Gesundheitszustand wird das Kind ab Geburt aufgenommen.

Fall 4

Vater und Mutter des Kindes sind verheiratet. Der Vater ist Soldat der Bundeswehr und hat eine private Pflegepflichtversicherung mit einer Anwartschaft. Die Mutter ist gesetzlich krankenversichert. Das Kind ist ab Geburt bei der Mutter kostenlos mitversichert gewesen. Am Ende des 3-jährigen Erziehungsurlaubes geht die Mutter nicht zurück in ihr sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis sondern hat nur einen Minijob mit 450 € Einkommen im Monat.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist nun nicht mehr kostenfrei. Mutter und Kind müssen im Status von freiwilligen Mitgliedern Beitrag zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach dem Familieneinkommen. Der Mindestbeitrag liegt hier bei ca. 160 € im Monat.

In diesem Fall könnte nun auch die Beihilfeberechtigung genutzt werden. Die Mutter hat Anspruch auf 70% Beihilfe. Das Kind hat Anspruch auf 80% Beihilfe. Benötigt wird somit eine private Restkostenversicherung über 30% bzw. 20%.

Problematisch wird es, wenn gravierende Vorerkrankungen einer Aufnahme in die private Krankenversicherung entgegenstehen. Eine kleine Anwartschaft für Frau und Kind könnten dieses Problem vermeiden, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wird. Am besten macht man dies direkt mit der Heirat bzw. bei Geburt des Kindes.

Definition

Was ist eine Anwartschaft?
Juristisch einwandfrei formuliert versteht man unter einer Anwartschaft “die rechtlich gesicherte, regelmäßig unentziehbare Erwerbsaussicht auf ein Recht, dessen Voraussetzungen noch nicht oder nicht vollständig erfüllt sind”.

Erläuterung

Einfacher gesagt:
Die Anwartschaft für Soldaten sichert das spätere Recht auf Eintritt in die dann benötigte private Krankenversicherung – egal ob Erkrankungen vorliegen oder nicht. Mit der Anwartschaftsversicherung sichert man sich bereits heute den später erforderlichen Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung. Hierbei ist der Gesundheitszustand zu Beginn der Anwartschaft grundlegend. Eine Anwartschaftsversicherung kann für alle Krankheitskosten-, Krankenhaustagegeld- und Krankentagegeldtarife in Antrag gestellt werden. Die versicherte Person hat für den Zeitraum der Anwartschaftsversicherung noch keinen aktiven Anspruch auf Leistungen. Sobald man den Versicherungsschutz – also die Anwartschaft – aktiviert, tritt dieser Anspruch jedoch ohne Gesundheitsprüfung in Kraft.

Zielgruppe

Wer braucht eine Anwartschaftsversicherung
Die Anwartschaft als Versicherung empfiehlt sich für folgende Zielgruppen:

Angestellte, deren Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt und die sich erst in absehbarer Zeit privat versichern können
Personen, die eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit in Aussicht gestellt haben
Studenten mit Ausbildung zu einer Tätigkeit als Beamter
Personen mit einem längeren Auslandsaufenthalt
bei kurzzeitiger Arbeitslosigkeit
Berufssoldaten
Zeitsoldaten

Kleine

Kleine Anwartschaft
Eine kleine Anwartschaftsversicherung ergibt immer dann Sinn, wenn der Anwartschaftsgrund nur vorübergehend besteht. Dies ist in der Regel bei Zeitsoldaten der Fall. Nach Ende der Dienstzeit bekommen SAZ für einen Zeitraum von 6-60 Monate (in Abhängigkeit von der Dauer der abgeleisteten Dienstzeit) Übergangsgebührnisse. In dieser Zeit besteht kein Anspruch mehr auf Heilfürsorge, sondern nur noch ein 70%iger Krankenversicherung über den Bund in Form einer Beihilfe. In dieser Phase versichert sich der SAZ zu 30% privat. Da der laufende AV-Beitrag keine Alterungsrückstellungen mit berücksichtigt, ist bei einem anschließenden Übergang auf Normal- oder Beihilfetarife der dann altersgerechte Tarifbeitrag zu entrichten.

Große

Große Anwartschaft
Im Gegensatz zur kleinen AV besteht die große Anwartschaftsversicherung meist über viele Jahre. Anders als bei der kleinen Anwartschaft werden hier bereits während der Dauer der Anwartschaft Altersrückstellungen gebildet. Das führt zu einer deutlichen Beitragsentlastung, wenn die Anwartschaft später aktiviert wird, z.B. anlässlich der Pensionierung bei Berufssoldaten. Diese haben ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen lebenslangen Beihilfeanspruch und sind dementsprechend mitunter jahrzehntelang privat krankenversichert. Hier machen sich Beitragsvorteile durch ein per Anwartschaft gesichertes frühes Eintrittsalter sehr vorteilhaft bemerkbar.

Unverzichtbar

Unverzichtbare Sicherheit für wenig Geld
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist die Aufnahme in die private Krankenversicherung erst nach eingehender Prüfung des Gesundheitszustandes möglich. Des Weiteren besteht in der privaten Krankenversicherung auch kein Annahmezwang, so dass es für Personen mit entsprechenden Vorerkrankungen problematisch sein kann, überhaupt in die PKV wechseln zu können. Schon kleinere Vorerkrankungen, die während der letzten 5 Jahre aufgetreten sind, können eine Ablehnung durch die private Krankenkasse hervorrufen oder zu Risikozuschlägen führen. Aufgrund dessen ist es umso besser, wenn der Soldat sich direkt bei Dienstantritt ein Eintrittsrecht sichert. Dem Risiko einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit erschwerten Aufnahmebedingungen beim Wechsel in die später benötigte private Restkostenversicherung kann man nur mit einer Anwartschaftsversicherung entgehen, da hier nur der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Beantragung einer Anwartschaft für den späteren Versicherungstarif relevant ist. Der ermittelte Tarif mit den entsprechenden Leistungen tritt dann ohne erneute Gesundheitsprüfung bei einer Aktivierung der Anwartschaft in Kraft. Vorteile der Anwartschaftsversicherung werden besonders deutlich bei zwischenzeitlich eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterungen, da diese hier nicht zu einem höheren Beitrag führen. Dies gilt auch für das Auftreten schwerwiegender Krankheiten oder Wehrdienstbeschädigungen. Unabhängig davon sind bei Existenz einer Anwartschaft keine Wartezeiten abzuleisten. Deshalb bietet eine Anwartschaftsversicherung für den Soldaten immer eine unverzichtbare Sicherheit für wenig Geld.

Fazit
Ob, wann und in welchem Umfang die Nutzung der Beihilfeansprüche für Familienangehörige von Soldaten genutzt werden lässt sich selten ganz genau prognostizieren. Wenn sie jedoch genutzt werden sollen, spielt der Gesundheitszustand der Beihilfeberechtigten eine entscheidende Rolle.

Eine Anwartschaft ist daher nicht nur für den Soldaten selber, sondern auch für seine Frau und seine Kinder sinnvoll. Die Kosten sind gering. Die daraus ableitbaren Rechte können jedoch viel Geld wert sein.

Anschrift

Continentale Versicherung
Landesdirektion Czwikla & Team GmbH
Rathenaustr. 9
30159 Hannover
Kontakt
Tel.: 0511 – 51 51 21 54
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