Rechtsschutzversicherung – sinnvoll als Soldat ?

Rechtsschutzversicherung für Soldaten

Ist eine Rechtsschutzversicherung für Soldaten sinnvoll ?

Der Sinn einer Versicherung aus Kundensicht ergibt sich immer erst im Schadensfall, was in der Natur der Sache liegt. Dies ist bei der Rechtsschutzversicherung  für Soldaten nicht anders.

Im Vergleich zu zivil Beschäftigten ist das Risikoprofil für mögliche Rechtsstreitigkeiten bei einem Soldaten jedoch durchaus ein besonderes. Gründe hierfür sind z.B.:

  • Wegen oft großer Entfernungen zwischen Stationierungs- und Wohnort, wird oft überdurchschnittlich viel Zeit im Straßenverkehr zugebracht. Damit steigt das Risiko in Verkehrsunfälle verwickelt zu sein oder Verkehrsordungswidrigkeiten zu begehen.
  • Hieraus leitet sich auch ein relativ hoher Verschleiß am KFZ ab, und Fahrzeuge werden auch öfter gewechselt. Häufiger als üblich entsteht so bei einem Soldaten das Risiko eines Rechtsstreits aus dem An- und Verkauf von Fahrzeugen oder bei Werkstattbesuchen.
  • Wohnortwechsel sind beim Soldaten der Bundeswehr häufiger anzutreffen als bei Zivilbeschäftigten. Hiermit entsteht immer auch das Risiko eines Rechtsstreits mit dem Vermieter, insbesondere bei Auszug aus einer Wohnung.

Die Kosten eines Rechtsstreits in Deutschland sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was auf eine Anpassung der Gebührenordnung der Anwälte zurückgeht. Und auch die Anzahl der Rechtsstreitigkeiten hat in Summe zugenommen.

Am Ende bleibt es jedoch, wie immer wenn es um die Einrichtung einer Versicherung geht, eine Wette zwischen dem Versicherten und der Versicherung. Wer am Ende gewinnt, stellt sich erst später heraus.

Worauf ist bei der Tarifauswahl zu achten ?

Rechtsschutzversicherungen sind in der Regel modular aufgebaut. Der Kunde baut sich den Versicherungsumfang also im Prinzip so zusammen, wie es ihm gefällt. Moderne Tarife bieten zudem immer die Möglichkeit, durch den Einbau einer pauschalen Selbstbeteiligung je Schadensfall, den Beitrag zu mindern. Ebenfalls verbreiteter Standard ist die Möglichkeit, sich telefonische Rechtsberatung einzuholen. Dies hilft dem Versicherten bei einer ersten juristische Beurteilung eines Streitfalls und bei der Entscheidung des Versicherten bzgl . des weiteren Vorgehens.

Soldaten sollten zudem immer darauf achten, dass sie einen Tarif für Beschäftigte im öffentlichen Dienst wählen, der meistens etwas günstiger im Beitrag liegt.

Besonderheit: Mitglieder des Deutschen Bundeswehrverbandes

Mitglieder des DBwV sind bei Rechtsberatungsbedarf in allen dienstlichen Fragen über den Verband versichert. Dieser stellt auch ein spezialisiertes Anwaltsnetzwerk für die telefonische Rechtsberatung  und vermittelt bei Bedarf an Spezialanwälte vor Ort. Diese Leistung bezieht sich jedoch nur auf dienstliche Belange. Eine Berufsrechtsschutzversicherung benötigt das DBwV-Mitglied somit nicht zusätzlich in einer privaten Rechtsschutzversicherung.

Soldaten, die nicht im Verband Mitglied sind, müssen hier abwägen, ob sie sich für den beruflichen Bereich (z.B. Streitigkeiten wegen Versetzungen, Vorruhestand, Wehrdienstbeschädigungen oder sonstigen Dienstvergehen)  zusätzlichen Versicherungsschutz in Form einer Berufsrechtsschutzversicherung kaufen.

Mögliche Tarifkombinationen

  1. Verkehrsrechtsschutz

    Dieser Schutz kann solo eingerichtet werden und ist für alle Soldaten, die regelmäßig ein eigenes KFZ bewegen immer sinnvoll.

  1. Privatrechtsschutz

    Diese Rechtsschutzart kann sowohl solo laufen, aber auch mit anderen Rechtsschutzarten kombiniert werden. Versichert ist z.B. der Streit aus privaten Kaufverträgen (auch im Internet) oder als Fußgänger

  1. Wohnungsrechtsschutz

    Hier ist der Streit mit dem Vermieter versichert, z.B. wg. Baumängeln, Renovierungsfragen oder Nebenkostenabrechnungen. Dieser Baustein ist nur in Verbindung mit der Privatrechtsschutzversicherung möglich.

  1. Berufsrechtsschutz

    s.o.

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung ?

Hier einige konkrete Beitragsbeispiele zur Rechtsschutzversicherung für Soldaten bei der Continentale:

Verkehrsrechtsschutz für einen PKW, 150 € SB – Beitrag 4,32 € im Monat oder 49,33 € pro Jahr.

Privat- und Verkehrsrechtsschutz, 150 € SB – Beitrag 13,71 € pro Monat oder 156,66 € im Jahr

Privat-, Verkehr- ,Mietrechtsschutz, 150 € SB – Beitrag 17,86 € im Monat oder 204,06 € im Jahr

Gegen einen geringen Beitragszuschlag können in einer Rechtsschutzversicherung natürlich auch Lebens-/Ehepartner und Kinder mitversichert werden.

(Stand 8.2016)

Fazit:

Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht nur wichtig, um das eigene Recht aktiv gegenüber anderen durchzusetzen. Sie ist vielmehr auch wichtig, um sich der aktiv, aber zu Unrecht gegen einen selbst vorgebrachten Rechtsansprüche erwehren zu können. Denn Recht zu haben und Recht zu bekommen hängt nicht selten von der Dicke der Brieftasche oder der Frage ab, ob man eine Rechtsschutzversicherung hat oder nicht.

Angebotsanfragen senden Sie bitte an: info@versicherungen-bundeswehr.de