Anwartschaftversicherungen für Soldaten

Suchen Sie Informationen zum Thema Anwartschaftversicherung? Wir haben festgestellt, dass das Wort Anwartschaftversicherung trotz falscher Schreibweise sehr häufig gegoogelt wird. Deshalb möchten wir Sie freundlich darauf hinweisen, dass Anwartschaftsversicherung, also mit einem „s“ in der Mitte, der korrekte Fachausdruck ist.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum von Ihnen gesuchten Thema für Sie zusammengestellt.

Anwartschaft und Pflegepflichtversicherung online in 5 Minuten

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Hintergrundwissen

Anwartschaftsversicherung

Warum brauche ich als Soldat überhaupt eine Anwartschaftsversicherung?
Wie der Dienstherr, dass BVM, bereits in seinem G1 Hinweis empfiehlt, „…ist (jedem Soldaten) dringend anzuraten, bereits von Beginn der Dienstzeit an, eine Anwartschaftsversicherung abzuschließen!“

Die Anwartschaftsversicherung sichert dem Soldaten für einen relativ niedrigen Beitrag die Rechte an einer späteren vollumfänglichen, privaten Krankenversicherung nach Dienszeitende, die den dann bestehenden Beihilfeanspruch passgenau ergänzt. Dieses Anrecht ist von großem Vorteil, da dem Soldaten nach Dienstzeitende keine unentgeltliche truppenärztliche Versorgung mehr zur Verfügung steht. Davon abgesehen verpflichtet der Gesetzesgeber jeden Soldaten nach Dienstzeitende zum Absschluss einer eigenen Krankenversicherung. Die 70% Beihilfeanspruch genügen zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung alleine nicht.

Grundlage für die Anwartschaftsversicherung ist der Gesundheitszustand bei Eintritt in die Anwartschaft, so dass bei späterer Aktivierung der Anwartschaft die erneute Prüfung des Gesundheitszustandes entfällt. Die Vorteile der Anwartschaftsversicherung werden besonders deutlich, zwischenzeitlich gesundheitliche Verschlechterungen eingetreten sind. Diese führen dann nämlich nicht zu einem höheren Beitrag. Dies gilt auch für das Auftreten schwerwiegender Krankheiten. Unabhängig davon, sind bei Dienstzeitende keine Wartezeiten im beantragten Versicherungsschutz abzuleisten. Der Versicherungsschutz tritt direkt und vollumfänglich in kraft. Deshalb bietet eine Anwartschaftsversicherung jedem Soldaten immer eine unverzichtbare Sicherheit für wenig Geld.

Kl. Anwartschaftsversicherung

Eine kleine Anwartschaftsversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn der Anwartschaftsgrund nur für kurze Zeit besteht. Dies betrifft in der Regel den Zeitsoldaten, der nach seinem Dienszeitende nur vorübergehend beihilfeberechtigt ist und eine vorübergehende private Restkostenversicherung einrichten muss. Da der laufende Anwartschaftsbeitrag keine Alterungsrückstellungen mit berücksichtigt, ist bei einem anschließenden Übergang auf Normal- oder Beihilfetarife der dann altersgerechte Tarifbeitrag zu entrichten. Die Aufnahme ohne erneute Gesundheitsprüfung ist immer garantiert.

Eine kleine Anwartschaft ist daher grundsätzlich dem Zeitsoldaten zu empfehlen.
Im Gegensatz zur kleinen Anwartschaft besteht die große Anwartschaftsversicherung meist über viele Jahre. Anders als bei der kleinen Anwartschaft werden hier bereits während der Dauer der Anwartschaft Altersrückstellungen gebildet. Das führt zu einer deutlichen Beitragsentlastung, wenn die Anwartschaft später aktiviert wird, z.B. anlässlich der Pensionierung bei Berufssoldaten. Mit der großen Anwartschaft wird nicht nur das Recht auf Eintritt erworben, sondern auch zusätzlich das Recht auf Eintritt mit dem Eintrittsalter bei Eintritt in die große Anwartschaft. Da die Beiträge in der privaten Krankenversicherung nach dem Eintrittsalter kalkuliert werden (je älter umso teurer) ist die große Anwartschaft für Berufssoldaten ein wichtiges Werkzeug um im Pensionsalter einen günstigen Krankenversicherungsbeitrag zu erwirken.

Die große Anwartschaft ist daher den Berufssoldaten anzuraten.

Ihre Eintrittskarte

Eine Anwartschaft ist für jeden Zeitsoldaten wie eine Eintrittskarte mit Sitzplatzreservierung. Nach dem Ende Ihrer Dienstzeit benötigen Sie eine besondere Art Krankenversicherungsschutz. Dies zwar in den meisten Fällen nur vorübergehend, bis Sie eine zivile Folgebeschäftigung angetreten haben, aber diese Übergangszeit kann lange dauern.

Der benötigte Krankenversicherungsschutz nach Dienstzeitende wird Ihnen zwar grundsätzlich in den deutschen Sozialversicherungssystemen nie verwehrt, aber es gibt große Beitrags- und Leistungsunterschiede.

Die Anwartschaft sichert Ihnen vertraglich das Recht zu, in den Krankenversicherungsschutz einzutreten, der für Sie die optimale Lösung darstellt. Die übliche Überprüfung Ihres dann vorliegenden Gesundheitszustand entfällt durch das Bestehen der Anwartschaft.

Vorteile

Was sind eigentlich die Vorteile einer Anwartschaftsversicherung?

Hier wäre an erster Stelle der Beitragsvorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung anzuführen. Ein Zeitsoldat spart in der privaten Krankenversicherung bei der Pflegepflichtversicherung meistens 20 € und mehr im Monat. Über die gesamte Dienstzeit betrachtet, führt dies zu einer satten Ersparnis. Eine private Pflegepflichtversicherung kann man nach derzeit geltendem Recht jedoch nur einrichten, wenn zeitgleich eine Anwartschaft eingerichtet wird. (Grundsatz: Pflege- folgt Krankenversicherung, die Anwartschaft wird mit einer Krankenversicherung gleichgesetzt)

Noch deutlicher wirkt sich der Beitragsvorteil dann bei Dienstzeitende aus. Der Zeitsoldat erhält nach Ende der Dienstzeit Übergangsgebührnisse. Der Anspruch auf Heilfürsorge endet und wird dann von einem 70%-igen Beihilfeanspruch abgelöst. Aus einem 100%-Krankenversicherungsschutz wird also ein 70%iger. Da dieser auch von Gesetzes wegen nicht ausreicht, muss der ehemalige SAZ aktiv werden. Benötigt wird eine Krankenversicherung für die fehlenden 30%. Am günstigsten bekommt man diesen Versicherungsschutz bei einer privaten Krankenversicherung. Nur diese bieten die benötigte Teilversicherungen überhaupt an. Die gesetzlichen Krankenversicherungen kennen lediglich einen vollen Versicherungsschutz oder gar keinen. Die Beihilfe bliebe hier ungenutzt. Der Beitragsunterschied von privater zu gesetzlicher Krankenversicherung kann bei einem Zeitsoldaten bei Dienstzeitende sogar bis zu 200 € im Monat ausmachen. Gerade in einer Phase der beruflichen Neuorientierung kann dies von großer Bedeutung sein. Zudem sind auch die Leistungen der privaten Versicherung deutlich komfortabler.

Nur mit einer Anwartschaft ist der Eintritt in die benötigte 30%ige Restkostenversicherung ohne weitere Gesundheitsprüfung möglich, die Aufnahme ohne erneute Prüfung des Gesundheitszustandes ist dann garantiert.

Besteht keine Anwartschaft, muss der komplette Krankenverlauf der zurückliegenden 5 Jahre dem Versicherer offengelegt werden. Bei Vorliegen von Vorerkrankungen kann der Versicherer dann Zuschläge verlangen oder die Annahme in eine vollwertige private Krankenversicherung gänzlich verwehren.

Aktivierung

Wie kann ich die Anwartschaftsversicherung bei Dienstzeitende aktivieren?

Bei Dienstzeitende entsteht in aller Regel ein Beihilfeanspruch. Das bedeutet, dass Krankheitskosten zu einem bestimten Prozentsatz vom Bund übernommen werden. Dies sind derzeit 70%. Bei Kindern liegt der Beihilfeanspruch sogar bei 80%.

Mit dem Beginn des Beihilfeanspruchs muss daher die Anwartschaft aktiviert werden. Hierzu muss ein Versicherungsantrag gestellt und das Ende der Dienstzeit mittels einer Dienstzeitbescheinigung belegt werden. Mit der Kombination aus Beihilfe und privater Krankenversicherung zahlt man als Soldat meist deutlich geringere Beträge als bei einer gesetzlichen Versicherung. Der Grund dafür liegt darin, dass hier die Beihilfe bereits 70% aller Krankheitskosten übernimmt, so dass letztendlich nur ein 30%-iger privater Schutz benötigt wird. Gesetzliche Krankenversicherer kennen derartige Teilversicherung nicht. Dort ist man entweder ganz oder gar nicht versichert.

Während der Zeitsoldat noch zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen kann, ist der Berufssoldat laut Sozialgesetzbuch stets eindeutig dem System der privaten Krankenversicherung zugeordnet.

Anschrift

Continentale Versicherung
Landesdirektion Czwikla & Team GmbH
Rathenaustr. 9
30159 Hannover
Kontakt
Tel.: 0511 – 51 51 21 54
Fax: 0511 – 51 51 21 53
info@versicherungen-bundeswehr.de
www.versicherungen-bundeswehr.de

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Hintergrundwissen

Definition

Was ist eine Anwartschaft?
Juristisch einwandfrei formuliert versteht man unter einer Anwartschaft “die rechtlich gesicherte, regelmäßig unentziehbare Erwerbsaussicht auf ein Recht, dessen Voraussetzungen noch nicht oder nicht vollständig erfüllt sind”.

Erläuterung

Einfacher gesagt:
Die Anwartschaft für Soldaten sichert das spätere Recht auf Eintritt in die dann benötigte private Krankenversicherung – egal ob Erkrankungen vorliegen oder nicht. Mit der Anwartschaftsversicherung sichert man sich bereits heute den später erforderlichen Versicherungsschutz ohne erneute Gesundheitsprüfung. Hierbei ist der Gesundheitszustand zu Beginn der Anwartschaft grundlegend. Eine Anwartschaftsversicherung kann für alle Krankheitskosten-, Krankenhaustagegeld- und Krankentagegeldtarife in Antrag gestellt werden. Die versicherte Person hat für den Zeitraum der Anwartschaftsversicherung noch keinen aktiven Anspruch auf Leistungen. Sobald man den Versicherungsschutz – also die Anwartschaft – aktiviert, tritt dieser Anspruch jedoch ohne Gesundheitsprüfung in Kraft.

Zielgruppe

Wer braucht eine Anwartschaftsversicherung
Die Anwartschaft als Versicherung empfiehlt sich für folgende Zielgruppen:

Angestellte, deren Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt und die sich erst in absehbarer Zeit privat versichern können
Personen, die eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit in Aussicht gestellt haben
Studenten mit Ausbildung zu einer Tätigkeit als Beamter
Personen mit einem längeren Auslandsaufenthalt
bei kurzzeitiger Arbeitslosigkeit
Berufssoldaten
Zeitsoldaten

Kleine

Kleine Anwartschaft
Eine kleine Anwartschaftsversicherung ergibt immer dann Sinn, wenn der Anwartschaftsgrund nur vorübergehend besteht. Dies ist in der Regel bei Zeitsoldaten der Fall. Nach Ende der Dienstzeit bekommen SAZ für einen Zeitraum von 6-60 Monate (in Abhängigkeit von der Dauer der abgeleisteten Dienstzeit) Übergangsgebührnisse. In dieser Zeit besteht kein Anspruch mehr auf Heilfürsorge, sondern nur noch ein 70%iger Krankenversicherung über den Bund in Form einer Beihilfe. In dieser Phase versichert sich der SAZ zu 30% privat. Da der laufende AV-Beitrag keine Alterungsrückstellungen mit berücksichtigt, ist bei einem anschließenden Übergang auf Normal- oder Beihilfetarife der dann altersgerechte Tarifbeitrag zu entrichten.

Große

Große Anwartschaft
Im Gegensatz zur kleinen AV besteht die große Anwartschaftsversicherung meist über viele Jahre. Anders als bei der kleinen Anwartschaft werden hier bereits während der Dauer der Anwartschaft Altersrückstellungen gebildet. Das führt zu einer deutlichen Beitragsentlastung, wenn die Anwartschaft später aktiviert wird, z.B. anlässlich der Pensionierung bei Berufssoldaten. Diese haben ab dem Zeitpunkt ihrer Pensionierung einen lebenslangen Beihilfeanspruch und sind dementsprechend mitunter jahrzehntelang privat krankenversichert. Hier machen sich Beitragsvorteile durch ein per Anwartschaft gesichertes frühes Eintrittsalter sehr vorteilhaft bemerkbar.

Unverzichtbar

Unverzichtbare Sicherheit für wenig Geld
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist die Aufnahme in die private Krankenversicherung erst nach eingehender Prüfung des Gesundheitszustandes möglich. Des Weiteren besteht in der privaten Krankenversicherung auch kein Annahmezwang, so dass es für Personen mit entsprechenden Vorerkrankungen problematisch sein kann, überhaupt in die PKV wechseln zu können. Schon kleinere Vorerkrankungen, die während der letzten 5 Jahre aufgetreten sind, können eine Ablehnung durch die private Krankenkasse hervorrufen oder zu Risikozuschlägen führen. Aufgrund dessen ist es umso besser, wenn der Soldat sich direkt bei Dienstantritt ein Eintrittsrecht sichert. Dem Risiko einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit erschwerten Aufnahmebedingungen beim Wechsel in die später benötigte private Restkostenversicherung kann man nur mit einer Anwartschaftsversicherung entgehen, da hier nur der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Beantragung einer Anwartschaft für den späteren Versicherungstarif relevant ist. Der ermittelte Tarif mit den entsprechenden Leistungen tritt dann ohne erneute Gesundheitsprüfung bei einer Aktivierung der Anwartschaft in Kraft. Vorteile der Anwartschaftsversicherung werden besonders deutlich bei zwischenzeitlich eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterungen, da diese hier nicht zu einem höheren Beitrag führen. Dies gilt auch für das Auftreten schwerwiegender Krankheiten oder Wehrdienstbeschädigungen. Unabhängig davon sind bei Existenz einer Anwartschaft keine Wartezeiten abzuleisten. Deshalb bietet eine Anwartschaftsversicherung für den Soldaten immer eine unverzichtbare Sicherheit für wenig Geld.

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