Versicherungsratgeber für neue Zeitsoldaten

Welche Versicherungen benötigt der Zeitsoldat wirklich?

Der Einstieg ins Berufsleben ist bei jedem jungen Menschen eine besonders aufregende Lebensphase. Dies gilt natürlich auch für Zeitsoldaten. Alles ist neu, vom Wohnortwechsel über die Dienstkleidung, die neuen Kameraden, die Verpflegung, der Umgang mit Dienstvorgesetzten, bis hin zum Thema Finanzen und soziale Absicherung.

Nicht selten haben sich bis dato die Eltern um die letztgenannten beiden Themen gekümmert und der Zeitsoldat betritt somit absolutes Neuland. Ein Versäumnis oder auch eine Fehlentscheidung kann zu empfindlichen finanziellen Belastungen bis hin zur Insolvenz führen. Dem Thema Versicherungen bei Dienstantritt also besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist unbedingt empfehlenswert. Der Deutsche Bundeswehrverband hat hier Partnerschaften geschlossen, u.a. mit der Continentale Versicherung, die mit einem Marktanteil von über 50% Empfehlungsvertragspartner für die Kranken- und Pflegeversicherung ist.

Was also gilt es beim Thema Versicherungen zu beachten, wenn man frisch als Zeitsoldat verpflichtet ist?

Pflegepflichtversicherung und kleine Anwartschaft

Ein Zeitsoldat ist ab dem Zeitpunkt seiner Ernennung automatisch über den Bund krankenversichert. Diese Art der der Absicherung nennt sich Heilfürsorge oder auch unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Sie ist für den Soldaten auf Zeit verpflichtend. Eine Option sich anderweitig kranken zu versichern gibt es nicht.

Die Besonderheit hier ist nun, dass die in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung nicht in der Versorgung des Bundes enthalten ist. Um diese Versicherung muss sich der Soldat auf Zeit selber kümmern. Ohne Pflegepflichtversicherung droht dem Soldaten ein Bußgeld von bis zu 2.500 €.

Zur Auswahl steht die gesetzliche oder die private Pflegepflichtversicherung. Letztere ist deutlich preiswerter, weil der Monatsbeitrag nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Eintrittsalter bemessen wird.

Mit der privaten Pflegepflichtversicherung verbunden wird eine kleine Anwartschaft. Diese dient dazu, in der Übergangsphase zwischen Dienstzeitende und Wiedereinstieg in einen zivilen Beruf die staatlichen Zuschüsse (Beihilfe) optimal nutzen zu können. Auch hier ist die private Krankenversicherung deutlich preiswerter als die gesetzliche.

Eine Pflegepflichtversicherung mit kleiner Anwartschaft bei der Continentale wird vom Bundesverteidigungsministerium und vom Deutschen Bundeswehrverband ausdrücklich empfohlen und kostet bei der Continentale zwischen 10 und 13 € im Monat. (Altersabhängig)

Privat- und Diensthaftpflichtversicherung

Gerade bei Zeitsoldaten, die Ihre Bundeswehrkarriere direkt nach Abschluss der Schule beginnen, ist das Thema Privathaftpflichtversicherung beachtenswert. Bestand bis dato noch Versicherungsschutz über die Privathaftpflichtversicherung der Eltern, entfällt diese mit Dienstbeginn automatisch und ohne besondere Mitteilung des Versicherers. Der Soldat auf Zeit muss sich ab sofort selbst versichern.

Mit der Privathaftpflicht verbunden werden, sollte eine Diensthaftpflichtversicherung. Diese schützt den Soldaten vor Regressansprüchen des Dienstherrn bei dienstlichen Sach- oder Personenschäden, welche auf grob fahrlässiges Verhalten des Soldaten zurückzuführen sind. Als Beispiel sei hier der Verlust von Ausrüstungsgegenständen oder ein Verkehrsunfall mit einem Dienstfahrzeug wegen Geschwindigkeitsüberschreitung genannt.

Mitglieder des Deutschen Bundeswehrverbandes benötigen keine gesonderte Diensthaftpflichtversicherung, da diese bereits über den Verband versichert ist.

Eine Privathaftpflichtversicherung mit gehobenen Leistungsstandards für einen kinderlosen, ledigen Soldaten kostet bei der Continentale weniger als 5 € im Monat.

Absicherung der Arbeitskraft

Der Beruf des Soldaten ist bekanntermaßen mit nicht unerheblichen körperlichen Belastungen und Risiken verbunden. Besonders gilt dies bei Auslandseinsätzen.

Die staatliche Versorgung im Falle des Verlusts der Arbeitsfähigkeit kann als in jedem Fall unzureichend bezeichnet werden. Zur ergänzenden Absicherung der Arbeitskraft stehen zwei mögliche Versicherungsoptionen zur Verfügung:

  • Die Dienstunfähigkeitsversicherung
  • Die Soldatenunfallversicherung

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung versichert den Soldaten gegen die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit UND Unfällen, wenn eines dieser Ereignisse die Fähigkeit des Einkommenserwerbs nachhaltig negativ beeinflusst hat. Versichert ist hier eine zeitlich befristete Rentenzahlung.

Eine Soldatenunfallversicherung leistet ausschließlich bei Vorliegen eines Unfalls. Die hier versicherte Rente wird lebenslang gezahlt.

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung kostet ab 30 € monatlich, eine Soldatenunfallversicherung kann bereits ab ca. 11 € im Monat versichert werden.

Eine Kombination beider Produkte ist möglich. Im Ernstfall (dienstunfähig und Invalide infolge eines Unfalls) würden beide Policen leisten. Die Leistungen werden nicht gegeneinander verrechnet.

Altersversorgung

Mit dem Einstieg ins Erwerbsleben erfährt der junge SAZ in der Regel einen deutlichen Zugang seiner monatlichen Einnahmen. Erfahrungsgemäß passen sich die monatlichen Kosten recht schnell dem Einkommen an. Von Beginn der beruflichen Laufbahn an bereits Rücklagen für die Rente zu bilden kann man daher als wichtig, wenn auch nicht eilig bezeichnen.

Welche Form der Geldanlage am Ende einer langen Laufzeit die besten Erträge gebracht hat, weiß man leider immer erst am Ende. Fest steht nur, dass bei einem zu erwartenden Rentennivieau von ca. 43% des letzten Nettogehaltes ohne eine private Vorsorge Altersarmut droht.

Empfehlenswert ist stets eine Mischung und Streuung der Geldanlage.

Eine sinnvolle Ergänzung der gesetzlichen Rentenversicherung ist die klassische private Rentenversicherung. Bereits ab 10 € im Monat kann hier ein Einstieg in die private Zusatzrente gefunden werden und die Leistungen sind stets vertraglich garantiert.

Zusammenfassung:

Wer sich für den Beruf des Soldaten entscheidet, hat unbedingten Handlungsbedarf im Rahmen seiner sozialen Absicherung. Die Pflegepflichtversicherung ist hierbei sogar gesetzliche Pflicht.

Die o.g. Reihenfolge der Themen stellt gleichzeitig eine zeitliche Priorisierung für den neuen Soldaten dar.

Die Beratung von Soldaten in Versicherungsfragen ist an spezielle Kenntnisse geknüpft. Diese haben viele Berater am Markt derzeit nicht. Empfohlen wird daher unbedingt mit Beratern zu sprechen, die über eine Routine in der Beratung von Soldaten verfügen.