Kleine- oder große Anwartschaft

Thema: Anwartschaft

Für wen lohnt sich die große Anwartschaft?

Eine Anwartschaft bedeutet, dass man sich eine verbindliche Aufnahme in die private Krankenversicherung sichert, bevor man tatsächlich eintritt. Somit kann man sich für einen späteren Zeitpunkt im Leben einen Versicherungsschutz festlegen, ohne dass man noch einmal eine Gesundheitsprüfung ablegen muss. Denn es zählt nur der Gesundheitszustand bei Abschluss der Anwartschaft. Der Gesundheitszustand bei späterer Aktivierung der Anwartschaft ist dagegen unerheblich. Ein guter Gesundheitszustand wird mittels der Anwartschaft de facto „eingefroren“.

Es gibt eine große und eine kleine Anwartschaft, die beide folgende Leistung gemeinsam haben:

Bei Wechsel in den privaten Krankenversicherungsschutz auf den sich die Anwartschaft bezieht, müssen keine erneuten Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand beantwortet werden. Auch bei Vorliegen gravierender Erkrankungen ist die Aufnahme in die private Krankenversicherung ohne jegliche Wartezeiten, Leistungsausschlüsse oder gar Beitragszuschläge garantiert.

Die große Anwartschaft enthält zusätzlich den Vorteil, dass das Eintrittsalter bei Abschluss der Anwartschaft festgehalten wird, auch wenn zwischen dem Beginn der Anwartschaft und dem tatsächlichen Versicherungsbeginn mehrere Jahrzehnte liegen. Damit ist der Versicherte auch im Falle einer gravierenden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes im Laufe der Jahre in der Lage zu den günstigen Eintrittsbeiträgen seines Ursprungseintrittsalters reibungslos den gewünschten Versicherungsschutz einrichten zu können.

Ohne Anwartschaft könnten Verschlechterungen des Gesundheitszustands durch Unfälle oder Krankheiten im Laufe der Berufskarriere bedeuten, dass man nur mit Einschränkungen in den Versicherungsschutz aufgenommen wird, eventuell Risikozuschläge zahlen müsste oder sogar nicht aufgenommen wird in die private Krankenversicherung. Vor diesen nicht eben unwahrscheinlichen Folgen einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor dem geplanten Eintritt in eine private Krankenversicherung schützt die Anwartschaft. Zudem sichert die große Anwartschaft dadurch, dass sie das Eintrittsalter festhält, dem Versicherten einen gravierenden Beitragsvorteil. Die große Anwartschaft eignet sich insbesondere für Berufssoldaten und Polizeibeamte, weil Mitglieder dieser Berufsgruppen erst nach zwanzig bis dreißig Jahren von der freien Heilfürsorge in die private Krankenversicherung wechseln können. Denn nach der Dienstzeit geht die Heilfürsorge in einen Beihilfeanspruch über, der stets 70% (statt bisher 100%) der Behandlungskosten deckt. Für die weiteren 30% braucht der pensionierte Berufssoldat oder Polizeibeamte eine private Krankenversicherung, die diesen Teil deckt. Um die zahlreichen Vorteile zu nutzen, ist es deswegen für diese Berufsgruppen sinnvoll, schon zu Beginn der Dienstzeit die große Anwartschaft abzuschließen. Für Zeitsoldaten, die nach ihrer Dienstzeit wahrscheinlich in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übergehen, genügt die kleine Anwartschaftsversicherung.