Wie komme ich von der Privaten, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung

Wie komme ich von der Privaten, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?

Die Ausgangslage

Der klassische Karriereverlauf eines Zeitsoldaten unterteilt sich in der Regel in folgende drei Phasen:

  1. Die aktive Dienstzeit als SaZ
  2. Die Phase nach dem Dienstzeitende bis zum Eintritt in eine Folgebeschäftigung
  3. Der Wiedereinstieg in eine zivile Beschäftigung

In Phase 1 ist der Soldat – verpflichtend aber kostenlos – über die Bundeswehr krankenversichert. Lediglich die obligatorische Pflegepflichtversicherung muss der SaZ eigenständig einrichten und zahlen. Die meisten Zeitsoldaten wählen hierfür die private Pflegepflichtversicherung in Verbindung mit einer kleinen Anwartschaft, weil es schlicht am günstigsten ist. Diese Phase endet mit dem letzten Tag der aktiven Dienstzeit.

In Phase 2 bezieht der Soldat, der mindestens 4 Jahre im Dienst war, weiter Bezüge vom Bund, deren Verwendung für die leichtere Wiedereingliederung in ein ziviles Beschäftigungsverhältnis vorgesehen sind. Viele ausgeschiedene Zeitsoldaten nutzen diese Phase für berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, in dem sie z.B. das Abitur nachholen oder studieren. Der ehemalige Soldat kann in dieser Phase zwischen einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Beide Formen der Krankenversicherung werden vom Bund mit 50% des Beitrags bezuschusst.

In Phase 3 steht in den meisten Fällen der Einstieg in ein Beschäftigungsverhältnis als Angestellter an. Liegt hier das Startgehalt unter 60.700 € im Jahr (Grenze für 2019, steigt jährlich an), tritt die Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung ein.

Im Normalfall erfolgt also spätestens mit Beginn der Phase 3 die Rückkehr in das System der Gesetzlichen Krankenversicherung.

In Phase 2 kann die private Krankenversicherung die bessere, weil preiswertere Option sein. Es ist daher jedem SaZ zu empfehlen, rechtzeitig vor dem DZE konkrete Vorschläge für beide Optionen einzuholen.

Besonderheit: Rückkehr in den Staatsdienst

Immer mehr ehemalige Bundeswehrsoldaten entscheiden sich für eine Folgekarriere im Staatsdienst, z.B. bei der Justiz, Polizei, oder in der Verwaltung. Als Beamte gehören diese Personen dann laut SGB in das System der privaten Krankenversicherung. Sie erhalten vom Dienstherrn eine Teilkrankenversicherung und müssen den verbleibenden Teil privat absichern. Diese Teilkrankenversicherung nennt sich Beihilfe und deckt in den meisten Bundesländern 50-70% der Gesundheitskosten ab.

Strebt ein ausscheidender Soldat eine Folgekarriere als Beamter an, ist er mit einer privaten Pflegepflichtversicherung und Anwartschaft bestens dafür gerüstet. Die Anwartschaft sichert ihm das Eintrittsrecht in den benötigten Krankenversicherungsschutz auch bei Vorliegen von gravierenden Vorerkrankungen.

Faustformel

Mit einer privaten Pflegepflichtversicherung inkl. einer kleinen Anwartschaft treffen Zeitsoldaten immer die beste Wahl. Sie sind während der aktiven Dienstzeit preiswert pflegeversichert und für einen Wechsel in eine Karriere als Berufssoldat oder Berufsbeamter optimal gerüstet.

Nach dem Dienstzeitende kann dann entweder direkt die Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung erfolgen, oder aber zeitversetzt, wenn bis zum Wiedereinstieg in einen zivilen Job die private Krankenversicherung gewählt wird.